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Was ist die Schuldenfalle?

Der Begriff Schuldenfalle ist nicht etwa eine Neu-Schöpfung seit der Krise in Griechenland, sondern er existiert bereits seit sehr langer Zeit. In eine Schuldenfalle können aber nicht nur Länder, sondern ebenfalls private Personen tappen.

Was genau ist eine Schuldenfalle?

Der Ursprung einer jeden Schuldenfalle sind, wie aus der Bezeichnung bereits hervorgeht, Schulden. Diese setzen sich jedoch nicht nur aus dem eigentlich geschuldeten Betrag, sondern ebenfalls durch die hierfür anfallenden Zinsen zusammen. Werden diese nicht bezahlt, dann erfolgt eine Verzinsung der Zinsen. Durch den geschuldeten Betrag, dem Anwachsen der anfallenden Zinsen sowie der anschließend folgenden Zinseszinsen ist es durchaus möglich, dass sich die bereits vorhandenen Schulden trotz regelmäßig eingehender Rückzahlungen beständig erhöhen.

Schuldenfalle und Wege aus der Krise

Auf diese Weise geraten viele Schuldner in einen Kreis, aus dem es zumeist sehr schwer möglich ist, auszubrechen. Wenn die Schulden dann nur noch teilweise oder sogar überhaupt nicht mehr beglichen werden können, handelt es sich um eine sogenannte Schuldenfalle.

Ursachen einer Schuldenfalle

Eine Schuldenfalle kann auf den unterschiedlichsten Ursachen gründen. Dazu gehört zum Beispiel:

  • Der Kauf eines neuen Autos.
  • Zu viele und/oder zu hohe Kreditraten
  • Zu hohe Energiekosten
  • Unbedachtes, übertriebenes Konsumverhalten

Dazu gibt es Gründe, die man selbst nicht oder nur in geringem Maße beeinflussen kann, wie etwa:

  • Der Verlust der Arbeitsstelle
  • Krankheit
  • Scheidung
  • Unfall

Doch auch Länder können in eine Schuldenfalle geraten, wie man derzeit zum Beispiel in Form der Griechenland-Krise erkennen kann.

Wege aus der Schuldenfalle

Jedoch führen natürlich nicht nur verschiedenen Wege in eine Schuldenfalle hinein, sondern auch wieder hinaus. So ist es zum Beispiel ein guter Rat, sich zunächst einmal die eigenen Einnahmen und Ausgaben genauer anzusehen. Dabei sollte man die sogenannten Fixkosten von den flexiblen Kosten unterscheiden. Bei den Fixkosten handelt es sich um feste Kosten, die nicht geändert werden können. Bei den flexiblen Kosten sieht es dagegen ganz anders aus, hier ist es durchaus möglich, zu sparen. Deutlich wird das beispielsweise durch die folgende Tabelle:

Fixkosten Flexible Kosten
Miete Lebensmittel
Versicherungen Hobby
Strom Ausflüge

Natürlich handelt es sich hierbei lediglich um einige Beispiele, die durchaus variieren können. Wer sich jedoch genau aufschreibt, welche fixen und flexiblen Kosten er in welcher Höhe bezahlen muss, der erhält einen hervorragenden Überblick über seine Ausgaben. Diese kann man dann den Einnahmen gegenüberstellen. Auf diese Weise wird schnell erkannt, ob beziehungsweise welche Defizite hier vorhanden sind und wo man sparen kann. Während man beispielsweise an der Miete nichts ändern kann, ist es unter anderem durchaus möglich, die Kosten für das Hobby einzuschränken. Oder es werden in nächster Zeit die Ausflüge gestrichen beziehungsweise darauf geachtet, nur noch saisonale und günstigere Lebensmittel einzukaufen. Bereits dadurch kann oftmals eine Menge Geld gespart werden. Somit werden hier nur noch die Dinge eingekauft, die zum Leben notwendig sind. Verzichtet werden dagegen zum Beispiel auf Markenklamotten, neue Spiele für den Computer, Zeitschriften und ähnliche Produkte, ohne die man trotzdem gut leben kann. Ebenso kann aber auch der geplante Urlaub oder der Kauf eines neuen Autos wegfallen, um Geld zu sparen.

Mehrere laufende Kredite? Eine Umschuldung kann helfen

Eine weitere Schuldenfalle sind beispielsweise mehrere laufende Kredite. Das Bezahlen der vielen Raten kann durchaus die eigenen finanziellen Möglichkeiten übersteigen. Ein Entkommen aus dieser Schuldenfalle kann beispielsweise eine Umschuldung sein. Bei einer Umschuldung werden sämtliche Kredite zu einem einzigen Kredit zusammengefasst. Das ist wesentlich übersichtlicher, da hier nur eine einzige Rate bezahlt werden muss. Zudem fällt diese Rate in der Regel geringer aus, als das Abbezahlen aller vorherigen Raten.

Wer hilft?

Wer sich in einer Schuldenfalle befindet, der steht jedoch nicht zwangsläufig alleine da. So gibt es zum Beispiel Schuldnerberatungen, die einem helfend zur Seite stehen. Hier werden die Schulden unter anderem genau aufgelistet und abgeklärt, wo es Einspar-Möglichkeiten gibt. Doch auch bei den Gesprächen mit den Gläubigern ist die Schuldnerberatung oftmals eine wertvolle Hilfe.

Länder, die in die Schuldenfalle geraten

Gerät ein Land in die Schuldenfalle, dann hat das weitreichende Folgen. Kann es beispielsweise seine Kredite nicht mehr rechtzeitig zurückbezahlen und hat es auch sonst keinerlei Möglichkeiten, zu Geld zu gelangen, dann sind hiervon natürlich auch die Einwohner betroffen. Derzeit kann das beispielsweise an der Krise in Griechenland verfolgt werden. Hier versuchen die anderen Euro-Länder sowie die weiteren Institutionen, einen Weg heraus aus der Krise zu finden. Andernfalls droht hier beispielsweise nicht nur eine Bankenkontrolle, sondern unter anderem auch ein Engpass in der medizinischen Versorgung sowie beim Einkauf notwendiger Lebensmittel und vielem mehr. Hier wird derzeit auch von einem optionalen Schuldenschnitt gesprochen, in dessen Rahmen Griechenland eventuell einen Teil seiner Schulden erlassen bekommt. Der Schuldenschnitt ist jedoch ein brisantes Thema, das Befürworter sowie Gegner hat. Doch ganz gleich ob Schuldenschnitt oder nicht: Irgendetwas muss getan werden, damit das Land aus der Schuldenfalle herauskommt. In diesem Sinne kann es sehr weitläufig auch mit der Schuldenfalle eines Privatmannes verglichen werden, denn ganz gleich, ob „großer“ Staat oder „kleiner“ Mann: ein Ausweg aus der Schuldenfalle und hin zu einem „normalen“ Leben ist immens wichtig.

Die Aufnahme von Krediten ist in der heutigen Gesellschaft eine ganz normale und übliche Angelegenheit geworden, sodass nur hierzulande viele Millionen Menschen Schulden in der Form haben, dass sie bestimmte Darlehen zurückzahlen müssen, oder auch sonstige Forderungen noch zukünftig begleichen müssen. Schulden zu haben ist also vom Grundsatz her noch gar nichts Negatives, sondern kritisch wird es erst dann, wenn man die vorhandenen Schulden nicht mehr begleichen kann. Umgangssprachlich spricht man dann davon, dass einem die Schulden “über den Kopf wachsen” oder man bezeichnet diese Situation auch hin und wieder als Schuldenfalle, in die man “getappt” sei.

Begriff der Schuldenfalle

Vom Prinzip her ist der Begriff der Schuldenfalle allerdings sehr kritisch zu sehen, denn normalerweise ist es so, dass man als volljährigere Bürger für sein Handeln selber verantwortlich ist und auch kaum Jemand dazu gezwungen wird, Schulden machen zu müssen bzw. Darlehen in Anspruch nehmen zu müssen. In den meisten Fällen von Überschuldung ist es daher auch der Fall, dass man die Schulden für den Kauf von Konsumgütern gemacht hat, die man sicherlich zum Leben nicht zwingend benötigt hätte. Von daher sollte man sich als Schuldner zunächst einmal immer Gedanken machen, ob man sich nicht selber in die Lage gebracht hat, die man nun als Schuldenfalle oder Überschuldung bezeichnet.

Wenn man von der Schuldenfalle spricht, dann ist damit in erster Linie gemeint, dass die Verbraucher zu Beispiel sehr oft mit günstigen Krediten oder Finanzierungsmöglichkeiten wie Zahlungszielen oder Ratenzahlungen für gekaufte Waren gelockt werden bzw. zum Schulden machen animiert werden. Und tatsächlich ist es heute so, dass man nicht viele, manchmal sogar gar keine, Voraussetzungen erfüllen muss, um von Banken, Warenhäusern oder sonstigen Unternehmen ein Darlehen erhalten zu können. Besonders häufig schnappt die Schuldenfalle in dem Sinne zu, dass nicht wenige Kunden die Möglichkeit nutzen, bei Versandhäusern, Warenhäusern oder auch über das Internet und so genannte Shopping-TV-Sender Waren zu bestellen, die man dann zukünftig in Raten nach und nach bezahlen kann. Sehr viele Verbraucher verlieren schon nach kurzer Zeit bei häufigeren Bestellungen den Überblick, was sie bereits alles gekauft haben und wie hoch die zu zahlenden Raten für diese erhaltenen Waren sind.

Auswege aus der Schuldenfalle

Nicht selten stellt man dann im Nachhinein fest, dass man bereits in der Gesamtsumme höhere Raten für die gekauften Konsumgüter zahlen muss, als man monatlich überhaupt an freiem Einkommen zur Verfügung hat – und schon sitzt man in der so genannten Schuldenfalle. Aus dieser “Falle” kommt man dann auch nicht so schnell wieder hinaus, weil die Schulden häufig dann noch größer werden, statt dass man diese verringern kann. Dieses liegt in erster Linie daran, dass man in Zahlungsrückstand gerät, und zu den ohnehin bereits vorhandenen noch offenen Kreditsummen dann oftmals auch noch Mahngebühren oder Verzugszinsen hinzu gerechnet werden. Da es sich hier häufig um nicht geringe Kosten und Gebühren handelt, wird die Lage immer bedrohlicher bzw. der Schuldenberg wächst immer mehr. Falls man die Lage alleine nicht mehr unter Kontrolle hat, sollte man sich spätestens nun an professionelle Stellen wie eine Schuldnerberatung wenden, zum vielleicht wieder aus der Schuldenfalle heraus zu gelangen.

DEUTSCHE HAUSHALTE IN DER SCHULDENFALLE

Immer mehr Deutsche tappen täglich in die Schuldenfalle und können sich nur schwer oder aber dann nur noch mit professioneller Hilfe daraus befreien.
Sei es verkehrtes Konsumentenverhalten, die Aufnahme eines Kredites für Auto, Eigentumswohnung, Möbel oder Haus, um nur einige Beispiele zu nennen, auch ein Dispositionskredit kann ganz leicht zur Schuldenfalle werden. Möglichkeiten und besondere Umstände gibt es hier viele, so, dass man gar nicht alles aufzählen kann.

Selbst Jugendliche und auch Kinder, die von den Eltern nicht den richtigen Umgang mit Geld gelernt haben, tappen mit kostspieligen Handys und den dazu gehörigen, meist überteuerten Verträgen auch ganz schnell in die Schuldenfalle.

Schulden werden auch oft aus der Not heraus gemacht, oder man schlittert bei Arbeitslosigkeit oder Krankheit ganz schnell in die Schuldenfalle, da diese Umstände meistens bei einer notwendigen Kreditaufnahme nicht berücksichtigt wurden. Kinder und Jugendlich können meistens kaum oder gar nicht mit Geld umgehen, sie können auch noch gar nicht einschätzen, welche Folgen es hat, laufend mit dem Handy zu telefonieren oder SMS zu verschicken, das Ergebnis zeigt sich meistens erst am Monatsende mit der Handyrechnung. Ab diesem Zeitpunkt sollten dann die Eltern unbedingt einschreiten, damit gar nicht erst noch weitere Schulden entstehen. Dieser Schritt ist aber nur bei Kindern möglich, die noch im Haushalt der Eltern wohnen, bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen, bei denen die Handyverträge mit den Jugendlichen selber abgeschlossen wurden, haben die Eltern selten einen Einblick in die Verträge und den damit verbundenen Handyrechnungen.

Um eine Handyrechnung bezahlen zu können, wendet sich der Jugendliche jetzt an die Hausbank und bittet um einen Dispositionskredit. Er bekommt ihn in der Regel fast immer, wenn er ein Einkommen nachweisen kann, denn Banken beraten kaum, da sie an solchen Dipos verdienen. Jetzt fängt der Teufelskreis an, sich für den Jugendlichen zu drehen, da er auch mit einem Dispositionskredit seine Schulden nicht abbauen kann, er kann zwar die Handyrechnungen jetzt bezahlen, aber die Zinsen für den Dispo, die ja in der Regel nicht niedrig sind, kommen jetzt auf ihn zu.

Tatsache ist, dass Schulden meisten verzinst werden, das wiederum kann zum Teufelskreis werden, da trotz regelmäßiger Zahlungen die Schulden nicht gemindert werden können. Das heißt, dass man, statt Schulden abzubauen, immer mehr Schulden aufbaut, obwohl man sich bemüht und regelmäßige Zahlungen leistet, der Schuldenberg wird nicht kleiner, im Gegenteil, er wächst von Monat zu Monat alleine schon durch die Zinsen. Hier sehen viele Schuldner keinen Ausweg mehr, dem Ganzen zu entkommen, geben meistens kampflos auf und resignieren.
Ist man erst einmal in eine solche Schuldenfalle geraten, und man merkt, dass der Kampf dagegen sehr aussichtslos ist, sollte man sich unbedingt Rat und Hilfe bei einer Schuldnerberatung holen. Nur so kann ein Weg gefunden werden, aus dieser Schuldenfalle wieder heraus zu kommen. Diese Beratungsstellen sind in den letzten Jahren für viele Schuldner zur Anlaufstelle geworden. Dann hilft nur noch Kredite umschulden und hoffen, dass es besser wird.

Nur in ganz aussichtslosen Fällen, das heißt, wenn der Schuldenberg so groß geworden ist, dass es für den Schuldner unmöglich geworden ist, diesen zu bewältigen, dann kann ein Verbraucher-Insolvenzverfahren eingeleitet werden. Gibt es hier mit den Gläubigern des Schuldners keine außergerichtliche Einigung, so wird im Insolvenzverfahren festgelegt, in welcher Höhe der Schuldner über sechs Jahre lang Zahlungen an die Gläubiger zu leisten hat.