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Die Möglichkeiten der Schuldenhilfe im Detail erkennen und nutzen

Schulden hatte wohl jeder schon einmal. Sofern es sich um eher kleine Geldbeträge handelt, sind die Schulden noch relativ unproblematisch und schnell zu begleichen. Was aber, wenn die Schulden kaum weniger werden oder womöglich gar noch anwachsen? Hier ist die Schuldenhilfe im Detail gefragt. Denn nur professionelle Schuldnerberatung beziehungsweise Schuldenhilfe sollte für die Lösung des eigenen Schuldenproblems gewählt werden.

Schulden – ihre Ursachen und Folgen

Es gibt einige unterschiedliche Gründe für Schulden – einige hiervon sind nicht immer von vornherein zu vermeiden. Ursachen für Schulden können die nachstehend genannten sein:

  • Verlust der Arbeitsstelle
  • Gescheiterte Selbstständigkeit
  • Trennung vom Partner (und Kindern)
  • Kauf- beziehungsweise Konsumsucht

Unabhängig davon, welchen Grund oder welche Gründe man für seine Schulden angeben kann, fällt es zusehends schwerer, den existenzsichernden Zahlungen für Miete und Lebensmittel nachzukommen. Fatal ist es, wenn man in einer derartigen Situation auf Null-Prozent-Finanzierungen oder vermeintliche Schnäppchen für eigentlich dringend notwendige Anschaffungen hereinfällt. Wird der neue PC oder etwas anderes gekauft, hat man zwar das, was man haben wollte – aber für welchen Preis? Denn fest steht, dass der Schuldenberg nun noch höher geworden ist und es noch größerer Anstrengungen bedarf, ihn abzutragen. Häufig genug bringen Schulden außerdem psychische Belastungen mit sich. Anfangs sieht man die eigene finanzielle Lage noch recht optimistisch und ist davon überzeugt, die Schulden binnen kurzer Zeit beglichen zu haben. Wer jedoch bereits viele Monate als verschuldete Person hinter sich hat, der sieht seine Lage allmählich als ausweglos. Spätestens jetzt bedarf man professioneller Hilfe, die die Schuldenhilfe im Detail leisten kann. Andernfalls kommen zu den finanziellen Problemen auch noch gesundheitliche und soziale hinzu: Verschuldete beklagen sich unter anderem über Schlafstörungen, Depressionen und über Einsamkeit.

Die Schuldnerberatung als Basis der Schuldenhilfe im Detail

Der erste Schritt, um aus der Schuldenfalle herauszukommen, ist, sich einzugestehen, dass sich das Schuldenproblem nicht von selbst erledigt und man professioneller Hilfe bedarf. Konkret sind nun die Schuldnerberatungsstellen gefragt. Diese gibt es seit den 1980er Jahren vielerorts in Deutschland. Laut Gesetzgebung (§ 11 Abs. 5 SGB XII, § 16 Abs. 2 SGB II) müssen die Kommunen den Einwohnern sogar Schuldnerberatung anbieten. Grundsätzlich kann sich jede hilfebedürftige Privatperson an eine Schuldnerberatungsstelle wenden. Möglich ist es auch, sich zunächst an das zuständige Sozialamt zu wenden, das die Vermittlung übernimmt. Eine andere Kategorie der Schuldnerberatungsstellen sind diejenigen, die gemäß Insolvenzordnung (§ 305 InsO) tätig sind und beispielsweise die Restschuldbefreiung einleiten. Als Träger der Schuldnerberatungsstellen treten nicht nur die Sozialämter, sondern auch Verbraucherberatungsstellen und Wohlfahrtsverbände wie das Deutsche Rote Kreuz und der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband auf. Die Anschriften der Schuldnerberatungsstellen in Nähe des eigenen Wohnortes erfährt man entweder über die Gemeinde oder indem eine Onlinesuche gestartet wird.

Sobald man sich für eine Beratungsstelle entschieden hat, steht die Terminvereinbarung an, die üblicherweise telefonisch erfolgt. Noch vor Wahrnehmung des Termins ist es unerlässlich, die Unterlagen, die die finanzielle Lage wiedergeben, zu sammeln und zu sortieren. Sinnvoll ist es zudem, eine Schuldenliste sowie eine Art Haushaltsplan zu erstellen, dem die regelmäßigen Ein-und Ausgaben zu entnehmen sind. Grundlage für eine funktionierende Schuldenhilfe im Detail sind Vertrauen und die Bereitschaft zur Kooperation.

Gemeinsam den richtigen Weg der Schuldenregulierung gehen

Die Einsichtnahme sämtlicher Unterlagen, die über die Einkünfte und Ausgaben Auskunft geben, ist von größter Wichtigkeit, damit die Mitarbeiter der Schuldnerberatungsstelle gemeinsam mit dem Betroffenen das passende Konzept entwickeln können. Die Auflistung der Auskünfte ist womöglich Anlass, ein Abonnement zu kündigen, und vielleicht stellt sich heraus, dass eine Forderung sittenwidrig ist. Dies sind nur zwei Beispiele für mögliche erste Erfolge nach Aufsuchen der Schuldnerberatung. Häufig wissen überschuldete Personen gar nicht, welche gesetzlichen Sozialleistungen ihnen zustehen. Gut, dass die Schuldnerberater auch diesen Punkt überprüfen, und im Folgenden sogar gemeinsam mit dem Ratsuchenden den Antrag ausfüllen. Besonders heikel ist die Situation, wenn Zwangsmaßnahmen wie Pfändung oder Zwangsräumung anstehen. In einem derartigen Fall überprüfen die Mitarbeiter der Schuldnerberatungsstelle, ob Schuldnerschutzmaßnahmen in Betracht kommen. Beispielsweise könnte eine bereits angeordnete Wohnungsräumung in eine Räumung mit angemessener Frist umgewandelt werden und die Unpfändbarkeit bestimmter Gegenstände sowie Forderungen durchgesetzt werden. Für einige verschuldete Privatpersonen kann ein Verbraucherinsolvenzverfahren in Betracht kommen, um letztlich schuldenfrei zu sein.

Ziel der Schuldenhilfe im Detail ist es, auf Basis der Schuldenbestandsaufnahme und einer hauswirtschaftlichen Beratung die Schadenregulierung herbeizuführen. Üblicherweise sind hierfür mehrere Jahre konsequenter Mitarbeit des Betroffenen erforderlich. Bestenfalls wird während der gesamten Zeit der Kontakt zu der gewählten Schuldnerberatungsstelle aufrechterhalten. Insbesondere dann, wenn neuerliche finanzielle Probleme zu erwarten sind, sollte wiederum das Gespräch mit einem Mitarbeiter gesucht werden, um die bisherige positive Entwicklung nicht zu gefährden.