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Der Ablauf der Privatinsolvenz

 

Leider gibt es sie immer noch häufig: Die Privatinsolvenz. In Zeiten eines historisch niedrigen Leitzinssatzes sind Kredite günstiger denn je. Ein Umstand, der dazu beitragen sollte, dass Privatinsolvenzen infolge einer Zahlungsunfähigkeit seltener eintreten; soweit die Theorie. In der Praxis stellt sich dieser Zusammenhang auch gegenwärtig etwas anders dar.

Eine Reform des Verbraucherinsolvenzverfahrens soll diese scheinbare Stagnation kippen. Doch die sogenannte 2. Stufe der Insolvenzrechtsreform, die nach Verabschiedung durch den Gesetzgeber am 01.07.2014 in Kraft getreten ist, birgt für Schuldner nicht nur Vorteile, sondern auch so manchen Nachteil. Ein Rechtsberatung durch einen Fachanwalt ist deshalb ratsam.

Rechtsberatung von Anwälten für Privatinsolvenz!

PrivatinsolvenzDie Privatinsolvenz ist, anders als die langläufige Annahme vieler Menschen, schnell erreicht. Um im Falle einer solchen Insolvenz angemessen reagieren zu können und einen geeigneten Weg aus den Schulden zu finden, ist eine Fachberatung bei Anwälten mehr als empfehlenswert. In einem Beratungsgespräch mit einem Anwalt, der sich auf die Privatinsolvenz spezialisiert hat, können mit jedem Betroffenen individuell Maßnahmen besprochen werden, wie man möglichst schnell aus den Schulden kommt – und nach Möglichkeit schuldenfrei bleibt. So weit so gut. Der springende Punkt für eine solche Beratung ist dabei die Suche im Vorfeld.

Seinerzeit konnten Betroffene einen Anwalt in ihrer Nähe effizient in Branchenbüchern suchen und finden. In Zeiten des Web 2.0 hat sich die Suche in die digitale Welt verlagert – und mit ihr die Fülle an passenden Suchergebnissen. Möglichkeiten bieten sich hierbei schier unzählige. Eine guter, gangbarer Weg, innerhalb kürzester Zeit einen Fachanwalt ausfindig zu machen, ist die lokal spezifische Suche im Internet. Mit ihrer Hilfe können User beispielsweise in Suchmaschinen nach einem Rechtsgebiet in Kombination mit ihrem derzeitigen Wohnort suchen. Innerhalb von Sekunden präsentiert die Search Engine diverse Ergebnisse, die der Suchanfrage am ehesten entsprechen.

So ist es ohne Probleme möglich, im Fall der Fälle für eine geplante Rechtsberatung zum Beispiel einen Anwalt für Privatinsolvenz in Stuttgart, München, Berlin oder anderen Städten bundesweit zu finden. Ein weiterer Aspekt, der das Internet heute zum geeigneten Medium für die unproblematische Suche nach Anwälten macht, sind unterschiedliche Portale, die sich darauf spezialisiert haben, Besuchern einen guten und nachvollziehbaren Überblick über die Expertise zahlreicher Kanzleien zu geben. Derartige Internetpräsenzen stellen hin und wieder auch ein eigenes Forum bereit, in dem sich Betroffene entsprechend ihrer persönlichen Erfahrungen austauschen können. Alles in allem genügen online wenige Klicks, um an den richtigen Anwalt zu gelangen.

Welche Vorbereitungen sind beim Verbraucherinsolvenzverfahren für eine Beratung zu treffen?

Die Vorbereitungsmaßnahmen, um in eine Beratung zu starten zu können, sind von Anwalt zu Anwalt unterschiedlich. Ein guter Anfang ist stets, sich über die eigene finanzielle Situation im Klaren zu sein und sich einen ungefähren Überblick über die Schulden zu machen. Darauf aufbauend kann in einem Gespräch ermittelt werden, welche Tragweite die weiteren Schritte zum Schuldenabbau und dem Einleiten einer Privatinsolvenz haben sollten. Bedenken Sie dabei jedoch, dass Eigeninitiative lediglich im Rahmen einer anwaltlichen Anleitung ratsam ist. Zur weiteren Vorbereitung für eine Beratung kann auch zählen, Unterlagen und Schriftwechsel mit Gläubigern – sofern vorliegend – aus einem vorbestimmten Zeitraum übersichtlich und ggf. chronologisch zu ordnen. So ist es einem Anwalt möglich, sich schnell zu informieren, welche Vorfälle unter Umständen zur gegenwärtigen finanziellen Lage eines Schuldners geführt haben können. Zeit ist Geld – im Falle eines Schuldners mehr denn je.

Was ist die Privatinsolvenz?

Die Privatinsolvenz oder auch Verbraucherinsolvenzverfahren genannt, ist eine Verfahrensweise zur Abwicklung der Zahlungsunfähigkeit von Privatpersonen. Sie dient dem Hintergrund, dem Gläubiger eine anteilige Summe seines zahlungsunfähigen Schuldners einzuholen. Vorraussetzung für das mehrstufige Verfahren sind zum einen, dass Sie eine natürlich Person (Privatperson) sind und Sie keine selbstständige Tätigkeit ausüben. Es hat im Übrigen den Sinn, die verschuldete Person schrittweise aus den Schulden zu führen.

Wie ist der Ablauf einer Privatinsolvenz?

Eine Privatinsolvenz ist möglich, wenn man überschuldet ist und die Verschuldung in den nächsten 6 Jahren, unter Berücksichtigung pfändbarer Summen nicht beglichen werden kann. Pfändbare Summen können Privateigentum wie Computer, Schmuck oder andere Wertgegenstände sein. Immobilien oder Fahrzeuge unterliegen im Falle einer enormen Verschuldung ebenfalls der Zwangsvollstreckung.

Warum Privatinsolvenz?

Nach derzeitigen Schätzungen ist in etwa jeder zehnte Haushalt in Deutschland so schwer verschuldet. Damit für den Schuldner keine Möglichkeit mehr besteht, die bestehende Schuldenlast allein zu tilgen. Die Folge ist die Privatinsolvenz.

Die Anzahl der Privatinsolvenzen hat sich in der Zeitspanne von 1999 bis zum Jahre 2003, etwa verzehnfacht. Die steigende Zahl ist von der Justiz kaum noch zu bewältigen.

Die Ursachen dieser Entwicklung sind vielschichtig. Grundlegend kann man aber sagen, dass es die Möglichkeit der Restschuldbefreiung früher nicht gab.

Die Restschuldbefreiung ist eine Variante, zahlungsunfähigen Personen nach einer festgesetzten Zeitspanne von deren finanziellen Verbindlichkeiten zu befreien. Man spricht auch von der sogenannten Wohlverhaltensperiode, in der die zahlungsunfähigen Personen sich nichts zu schulden kommen lassen dürfen.

Das bedeutet konkret, dass Sie in dieser Phase keine weiteren Schulden verursachen dürfen und sich an Ihre monatliche Ratentilgung halten müssen.

Wer wird alles beim Verbraucherinsolvenzverfahren informiert?

Das Verfahren der Privatinsolvenz gliedert sich in 4 Abschnitte. Beginnend mit dem außergerichtlichen Einigungsversuch, in dem der Schuldner mit einem Schuldenbereinigungsplan für die Privatinsolvenz eine außergerichtliche Übereinkunft mit dem Gläubiger versucht. Gelingt das nicht, entfällt diese, und der Schuldner muss einen Insolvenzeröffnungsantrag beim Insolvenzgericht stellen. In Folge dessen beginnt die zweite Phase der Privatinsolvenz, in der dem Insolvenzgericht der Antrag mit einer Bescheinigung über das Scheitern der außergerichtlichen Einigung vorgelegt werden muss.

Das gerichtliche Schuldeinigungsverfahren: Scheitert der außergerichtliche Einigungsversuch, kann der Schuldner die Insolvenz beantragen. Dafür muss der Schuldner folgendes beim Insolvenzverwalter vorlegen:

  • Eine Bescheinigung einer “geeigneten Person” dass eine außergerichtliche Einigung gescheitert ist
  • Antrag auf Erteilung von Restschuldbefreiung, ansonsten ein Erklärung dass keine Restschuldbefreiung beantragt werden soll
  • Eine Vermögensübersicht
  • ein Vermögensverzeichnis
  • ein Verzeichnis der Gläubiger bei denen man Schulden hat
  • Schuldenbereinigungsplan

Wie wird das bei einer Privatinsolvenz gehandhabt?

Ferner muss der Schuldner einen Antrag auf Restschuldbefreiung stellen oder eine Erklärung, dass keine Restschuldbefreiung beantragt werden soll abgeben. Letztlich benötigt das Gericht (dort genau der Insolvenzverwalter) noch eine Vermögensübersicht und einen Schuldenbereinigungsplan. Das Gericht prüft nach Vorlage aller Unterlagen ob der Schuldenbereinigungsplan durchführbar ist und somit auch gelingen kann. Liegt eine Variante der Schuldentilgung vor, wird der Plan sowie die Übersicht des Vermögens an die Gläubiger versandt. Die Gläubiger haben nun die Anordnung innerhalb einer Frist von 4 Wochen, eine schriftliche Stellungnahme abzugeben. Indem mindestens 50 % der Gläubiger zustimmen, kann der Antrag genehmigt werden. Scheitern alle Vorhaben, indem die Gläubiger ablehnen, wird die 3. Phase, das sogenannte vereinfachte Privatinsolvenz Verfahren eingeleitet. Hierbei wird das verwertbare Vermögen des Schuldners gepfändet und der Gewinn, unter Berücksichtigung der Verwaltungskosten an die Gläubiger ausgezahlt.

Die Letzte Phase der Privatinsolvenz, ist der Anschnitt, der schon oben angesprochenen Restschuldbefreiung mit Wohlverhaltensperiode, in der der Schuldner die Vorlagen des Gerichts eingehalten muss. Bitte beachten Sie dass der Insolvenzverwalter alles sehr genau beobachten wird.

Gründe für die Schuldenfalle die in die Privatinsolvenz führt

Vor allem junge Menschen, fallen durch das reiche Konsumangebot und interessante Finanzierungsmöglichkeiten schnell in die Schuldenfalle. Exzessives telefonieren oder der so genannte Konsumrausch führen schnell zu einer Überschuldung. Andere Gründen können Verlust des Arbeitsplatzes, Krankheit oder Tod von Angehörigen sein, die die Menschen schnell in ein tiefes Loch der Verzweiflung fallen lassen.

Wie genau läuft das mit der Privatinsolvenz?

Unter einem Verbraucherinsolvenzverfahren versteht man die Zahlungsunfähigkeit einer natürlichen Person. Sie ist die vereinfachte Version einer Firmeninsolvenz, nur dass sie sich auf Menschen statt auf Unternehmen bezieht. Gesetzlich ist sie ebenfalls in der deutschen Insolvenzverordnung (InsO) geregelt und heißt dort Verbraucherinsolvenz. Absicht des Verbraucherinsolvenzverfahrens ist es, Verbrauchern die nicht in der Lage sind, eigenständig aus der Schuldenfalle zu entkommen die Chance auf eine komplette Schuldenfreiheit zu gewähren. Wer sich diesem Verfahren unterwirft, bekommt nach einer sechsjährigen Wohlverhaltensphase eine Restschuldbefreiung, ist dann also sämtliche Schulden komplett los. Jahr für Jahr unterziehen sich deutschlandweit mehr als 100.000 Haushalte dem Verbraucherinsolvenzverfahren.

Strengste Eigendisziplin ist das Gebot der Stunde

Die größte Hürde bei einem solchen Verfahren ist dessen Koppelung an sehr strenge rechtliche Auflagen, die alle präzise einzuhalten sind. Schon bei der geringsten Verfehlung scheitert das Insolvenzverfahren und die gesamte Anstrengung war umsonst. Theoretisch kann die Privatinsolvenz zwar unter bestimmten Vorbedingungen auch vom Betroffenen selbst durchgeführt werden, allerdings ist sie rechtlich sehr aufwändig und für einen juristischen Laien kaum zu durchschauen. Zudem erfordert sie viel diplomatisches Geschick, daher sollte sie zusammen mit einer fachlich fundierten und staatlich anerkannten Schuldnerberatung durchgeführt werden. Voraussetzung für den Erfolg eines Privatinsolvenzverfahrens ist, dass der Antragsteller während der Laufzeit ein „Wohlverhalten“ an den Tag legt. Dies bedeutet, dass er sich absolut penibel und vertragsgemäß an die zuvor mit den Gläubigern abgeschlossenen Zahlungsvereinbarungen hält.

Auch versteht es sich von selbst, dass der Betroffene während dieser Zeit keine neuen Schulden aufbauen darf. Der Gesetzgeber nennt dies die „Wohlverhaltensperiode“. Selbst der kleinste finanzielle Ausrutscher während der Wohlverhaltensphase kann dazu führen, dass das Verbraucherinsolvenzverfahren – und damit die Aussicht auf Schuldenbefreiung – platzt. Sie erfordert also vom Schuldner penibelste Ausgabendisziplin und Zuverlässigkeit. Diese Wohlverhaltensphase dauert in aller Regel sechs Jahre. Seit dem 1. Juli 2014 existiert eine gesetzliche Ergänzung. Der zufolge ist in einigen Ausnahmefällen sogar eine Verkürzung der Wohlverhaltensphase auf drei Jahre möglich. In der Realität scheitert dies jedoch an den viel zu hohen Auflagen des Gesetzgebers und kommt daher in der Praxis höchst selten vor.

Was versteht man unter Privatinsolvenz?

Gemäß § 304 Abs. 2 Insolvenzordnung (InsO) dürfen Verbraucher eine Privatinsolvenz durchführen, wenn sie weniger als 20 Gläubiger haben. Dies greift selbst dann, wenn der Schuldner eine kleine, wirtschaftliche Tätigkeit ausgeübt hat. Sie gilt damit also auch für Kleinstbetriebe wie etwa eine Ich-AG. Zudem dürfen gegen diese ehemaligen Kleinstunternehmer keinerlei Forderungen aus Arbeitsverhältnissen bestehen. Schulden, die wegen einer zuvor begangenen Straffälligkeit vorhanden sind, etwa Bußgelder, Geldstrafen oder Schmerzensgeldforderungen bleiben von einem Privatinsolvenzverfahren unberührt.

Was sind die Ursachen einer Überschuldung

Meistens wirken mehrere Faktoren zusammen, wenn es zu einer Überschuldung kommt. Die häufigsten Auslöser und mehrheitlich Betroffenen sind:

  • Verlust des Arbeitsplatzes (19 %)
  • Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (48%)
  • 48 % der Betroffenen hatten ein monatliches Nettoeinkommen von unter 900 €
  • Insbesondere die unter 25-Jährigen hatten überdurchschnittlich hohe Schulden bei Telefongesellschaften
  • 7 % der Betroffenen waren zu Beratungsbeginn noch keine 25 Jahre alt; überdurchschnittlich häufig in dieser Altersgruppe lag dies an einer unwirtschaftlichen Haushaltsführung (19%)
  • Hauptursache für die Überschuldung war jedoch auch in dieser Altersgruppe die Arbeitslosigkeit (23%)
  • 19% der Beratungsfälle, die im Jahr 2014 die Beratung beendet haben, konnten ihre Schulden dank der Beratungsstelle außergerichtlich regulieren, bei 47 % folgte ein Verbraucherinsolvenzverfahren
  • 28% aller Überschuldeten sind alleinlebende Männer
  • 17% der Überschuldeten sind alleinerziehende Frauen
  • Personen zwischen 25 und 35 Jahren nutzen am häufigsten das Angebot der Schuldnerberatung (28% aller beratenen Personen)

Der Ablauf bei einer Privatinsolvenz

Rechtliche Grundlage für ein Insolvenzverfahren sind die Paragraphen 304 bis 314 der Insolvenzordnung (InsO). Demzufolge lässt sich die Privatinsolvenz in fünf nacheinander durchzuführende Schritte unterteilen:

  • Außergerichtlicher Einigungsversuch mit Gläubigern
  • Gerichtliches Eröffnungsverfahren
  • Gerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren
  • Konkretes Insolvenzverfahren zur Privatinsolvenz
  • Restschuldbefreiungsverfahren

Nach der erfolgreichen Absolvierung dieser Phasen stellt das Gericht die Zahlungsentpflichtung des Schuldners, sprich dessen Restschuldbefreiung fest. Diese kann jedoch auch durch das Gericht versagt werden, wenn Gläubigern die durch das Gericht vorgenommene Zahlungsentpflichtung verweigern sollten. Dies geschieht in der Praxis allerdings sehr selten, da die Gläubiger dem Gericht schon sehr stichhaltige Gründe vorlegen müssten, um damit die Restschuldbefreiung zu verhindern.

Wann macht eine Verbraucherinsolvenz Sinn?

Eine Privatinsolvenz erscheint immer dann sinnvoll, wenn die betroffene Person ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen kann, ohne damit ihr Existenzminimum zu unterschreiten. Diese auch für Hartz 4-Empfänger geltende Pfändungsgrenze hat der Gesetzgeber sehr genau festgelegt. Momentan (Stand Juli 2015) liegt sie bei monatlich exakt 1073, 88 Euro und wird alle zwei Jahre mit Stichtag zum 1. Juli etwas erhöht. Zu berücksichtigen sind dabei eventuelle Unterhaltsverpflichtungen – wenn der Schuldner ihnen auch nachkommt. Sollte der Schuldner Einnahmen erzielen, die über das Existenzminimum hinausgehen, kann er einen bestimmten Teil davon behalten. Erst Einnahmen über 3.392,09 Euro sind voll pfändbar. Während der Insolvenz wird der Insolvenzverwalter sehr genau darauf achten.

Übrigens listet § 850c der Zivilprozessordnung (ZPO) sämtliche pfändbaren Arbeitseinkommen und Sozialleistungen genau auf.

Dazu zählen insbesondere Löhne, Gehälter, Arbeitslosengelder und Renten, aber auch Beihilfen und Zuschüsse wie Urlaubs- und Weihnachtsgelder, vermögenswirksame Leistungen oder ausbezahlte Überstunden. Neben diesen rein finanziellen Erwägungen sollte allerdings auch die eigene psychische Belastung mit berücksichtigt werden, bevor die Entscheidung über ein Verbraucherinsolvenzverfahren fällt. Der in aller Regel von Gläubigern aufgebaute psychische Druck ist oftmals derart enorm, dass er die Geldsorgen des Betroffenen – völlig unabhängig von der Schuldenhöhe – sogar noch deutlich überlagert. Und eine Befreiung oder zumindest die Perspektive, dieser seelischen Belastung zu entkommen steigern Wohlbefinden und Lebensqualität des Schuldners ganz enorm.

10 Tipps zur Privatinsolvenz

Die Pfändung droht, der Gerichtsvollzieher steht vor der Tür. Jetzt wird einem erst so richtig bewusst, dass man Probleme hat. Eine Pfändung soll um jeden Preis vermieden werden, nur wie, ist die Frage. Die meisten Familien geben an, selbst nur vom Kindergeld zu leben.

1. Den sinnlosen Schuldendienst stoppen

Jahrelang versucht man sich so hindurch zu schlängeln. Das ist alles nicht gut für die Gesundheit, aber das bekommt man erst später zu spüren, wenn der Stress kaum noch auszuhalten ist. Jetzt ist die Zeit sich professionelle Hilfe zu holen.

Die Qual muss ein Ende haben. Auch wenn man es selbst nicht wahrhaben will, die Schuldenfalle hat zugeschnappt. Nichts geht mehr. “Rien va plus”, würde der Franzose sagen.

Stellen Sie sich vor, und so ist oft die Realität, Sie haben 30.000 EUR Schulden, verdienen monatlich knappe 1.300 EUR netto. Wie wollen Sie es jemals schaffen, dies zurück zu bezahlen? Alleine die jährlichen Zinsen würden bei fast 3.000 EUR liegen.

Den meisten ist nicht bewusst, dass sie nur den pfändbaren Anteil ihres Einkommens aufwenden müssen um Schulden abzuzahlen. Nicht mehr.

Was wir statt dessen getan? Andere Rechnungen werden verschoben und geschoben, neue Löcher dabei produziert, nur um alte Löcher zu stopfen. Wenn Sie in der oben genannten Situation sind, oder in einer ähnlichen, dann geht nichts mehr. Sie können die Schulden nicht mehr tilgen.

Handeln Sie, um ihretwillen und um der Ihrer Gesundheit. Stellen Sie alle Zahlungen ein, seine Sie vernünftig, Sie können die Situation nicht mehr retten. Beantragen Sie eine Verbraucherinsolvenz. (Privatinsolvenz) Nach spätestens sechs Jahren ist alles vorüber. Eine lange Zeit, aber es wird wieder Ruhe in Ihr Leben einkehren.

TIPP: Sie brauchen jetzt Hilfe. Nehmen Sie diese bitte auch an! Wenn Sie keine Kontrolle mehr über die Schulden haben.

2. Vielleicht ist ein Insolvenzplan machbar.

Wenn Sie es schaffen sollten ein Insolvenz-Planverfahren hin zu bekommen, dann wird es max. ein Jahr dauern und Sie sind entschuldet.

Unter gerichtlicher Aufsicht wird ein Schuldenvergleich den Gläubigern angeboten, dann wird in einem Gerichtsverfahren darüber von den Gläubigern abgestimmt.

Der Vorteil dabei ist, dass bei diesem gerichtlichen Schuldenvergleich nicht alle Gläubiger zustimmen müssen. Die einfache Mehrheit der beim Gerichtstermin (Abstimmungstermin) anwesenden Gläubiger reicht völlig aus. Genau das ist jetzt Ihre Chance.

In der Regel ist es so, dass sich Gläubiger, welche ja oft Banken, Inkassobüros oder das Finanzamt sind, nicht für Ihr Insolvenzverfahren interessieren. Wenn jemand von denen zu dem Abstimmungstermin kommen müsste, würden Kosten entstehen. Daher wird es so sein, das zeigt die Erfahrung, dass diese Gläubiger nicht kommen werden.

Gut möglich ist ja auch, dass Sie über einen wohlgesonnenen Gläubiger verfügen, der dann auch noch zum Abstimmungstermin kommt und dem Insolvenzplan zustimmt, dann gilt der Insolvenzplan als angenommen. Alle anderen Gläubiger müssen sich dann fügen.

Wenn das alles klappt, und es spricht nichts dagegen, dass es nicht klappen sollte, dann wird in ca. zwei Wochen später das Insolvenzverfahren aufgehoben und man erteilt Ihnen die Restschuldbefreiung. Sie sind dann innerhalb eines Jahrs absolut schuldenfrei geworden.

Damit dies auch funktionieren kann, ist es wichtig zwei Dinge zu beachten:

  1. Eine Ihnen wohlgesonnene Person muss den Gläubigern die Zahlung eines Geldbetrages in Aussicht stellen, wenn diese dem Insolvenzplan zustimmen.
  2. Und wie oben schon erwähnt, brauchen Sie noch den wohlgesonnenen Gläubiger, der persönlich bei Gericht erscheint und für Ihren Insolvenzplan stimmt.

3. Post von Gläubigern sammeln

Damit die Verbraucherinsolvenz vorbereitet werden kann, ist es erforderlich die Post die Ihnen Ihre Gläubiger schicken, zu sammeln. Also alle Mahnungen, Gerichtsurteile, Pfändungsandrohungen usw. Auch die Protokolle einer Eidesstattlichen Versicherung.

Heften Sie alles ab, am besten namentlich sortiert nach Gläubiger. Wichtig ist, dass Sie alle erfassen, versuchen Sie keinen Gläubiger zu vergessen. Jetzt sollten Sie sich am besten einen vernünftigen und guten Anwalt in Sachen Verbraucherinsolvenz suchen, den gibt es in fast jeder Stadt. Dieser wird dann einen Gläubigerliste erstellen. Dabei wird der Anwalt sehr große Sorgfalt walten lassen. Es muss sehr genau unter Gläubiger und Gläubigervertreter unterschieden werden. Aber keine Sorge, der Anwalt kennt sich damit aus.

4. Jetzt eröffnen Sie ein neues Konto

Damit die Privatinsolvenz richtig gut vorbereitet werden kann, ist es erforderlich, dass Sie ein neues Konto eröffnen. Denn in der Regel ist es so, dass Sie mit Ihrem Konto im Minus sind, da brauchen Sie ein neues Konto, wie die Luft zum Atmen.

Zwei Sachverhalte werden mit einem neuen Konto vermieden:

  1. Die Kontopfändung: Die Gläubiger kennen Ihr neues Konto nicht, daher können sie dieses auch nicht pfänden.
  2. Verlieren Sie nicht Ihr Monatseinkommen. Die Bank wird, erfährt sie von der geplanten Insolvenz, sofort Ihr Gehaltskonto schließen, wenn es im Minus ist. Dann ist Ihr Monatsgehalt weg, komplett. Sie können eine Freigabe, auch nicht gerichtlich erzwingen. Da Sie Schulden bei der Bank haben, darf diese eingehende Gelder verrechnen.

Also ab zu einer anderen neuen Bank und dort ein Guthabenkonto eröffnen. Alles was mit der alten Bank zu tun hat, wird von Ihnen in den oben bereits angeführten Aktenordner abgeheftet. Sie haben jetzt einen weiteren neuen Gläubiger, nämlich Ihre alte Bank.

Die neuen Pfändungs-Schutz-Konten sind nur geeignet, falls Ihr Einkommen unterhalb der gesetzlichen Pfändungsgrenze liegt. Liegt es darüber, ist ein normales Guthabenkonto besser.

Meist ist es so, dass Sie vermutlich einen negativen Schufa-Eintrag haben werden. Wenn Sie jetzt zu einer neuen Bank kommen, wollen die Sie dort nicht unbedingt als neuen Kunden. Versuchen Sie es mit einer Erklärung, dass Sie von Ihrem Anwalt geschickt wurden, der bei Ihnen eine Schuldenberatung durchführt und Ihnen gesagt hat, dass Sie ein Insolvenzverfahren machen müssen, und dafür benötigen Sie ein neues Konto, da das alte gesperrt ist. In der Regel funktioniert es dann.

Sobald Sie ein neues Konto haben, informieren Sie Ihren Arbeitgeber und teilen der Buchhaltung die neue Kontoverbindung zur Gehaltszahlung mit. Alles was wichtig ist und auch von Ihrem Konto abgebucht wird, wie Miete, Telefon usw. kann jetzt von diesem Konto weiter bedient werden. Teilen Sie dieses neue Konto auf gar keinen Fall Ihren Gläubigern mit. Also denen von dort auch nichts überweisen.

Bis zur nächsten Eidesstattlichen Versicherung bleibt dieses Konto Ihr Geheimnis. Aber sollte dies irgendwann mal anstehen macht es nichts, da Sie dann bereits in der Verbraucherinsolvenz sind.

5. Stellen Sie sofort alle Zahlungen ein

Aber aufpassen! Alles was absolut notwendig ist, müssen Sie weiter zahlen. Wie Miete, Strom, Gas, Wasser usw. Für die Gläubiger gilt dies nicht. Sie sind pleite, nichts mehr bezahlen, an keinen, ganz egal wie massiv von dort gedroht wird. Auch wenn der Gerichtsvollzieher erneut vor Ihrer Tür steht, auf keinen Fall etwas zahlen. Leisten Sie lieber erneut die Eidesstattliche Versicherung, da dies sich nicht negativ auf die bevorstehende Restschuldbefreiung auswirkt. Wird Ihnen etwas anderes erzählt, glauben Sie es nicht, es ist falsch!

Für Sie ist das Thema Schulden ab sofort erledigt. Bitten Sie darum in Ruhe gelassen zu werden.

6. Retten Sie alles was rechtlich sauber ist

Retten Sie was zu retten ist, aber halten Sie sich bitte an die Gesetze. Ein guter Anwalt wird Sie darüber perfekt informieren. Am Ende müssen dann Sie entscheiden, was Sie tun. Wichtig ist, dass Sie wissen, was erlaubt ist und was nicht.

Sollten Sie beispielsweise während der Insolvenz erben, dann bekommt der Insolvenzverwalter das Erbe. Hier ist es ratsam, das Erbe auszuschlagen und darauf zu hoffen, dass sich Miterben später bei Ihnen erkenntlich zeigen. Zahlungen an private Rentenversicherungen oder Lebensversicherungen können Sie einstellen, da alles vom Insolvenzverwalter kassiert wird.

Ebenso ein Auto, welches in Ihrem Besitz ist. Das dürfen Sie nicht behalten, es gehört zur Insolvenzmasse. Ausnahmen gibt es hier, wenn Sie beruflich auf ein Auto angewiesen sind. Eine schriftliche Bestätigung vom Arbeitgeber haben usw. Auch hier hilft Ihnen Ihr Anwalt, der genau sagen kann, was erlaubt ist und was nicht. Sie können natürlich auch dem Insolvenzverwalter Ihr eigenes Auto aus der Masse heraus kaufen, zu einem aktuellen Schätzpreis. Oder lassen es von einem Freund, Verwandten usw. kaufen.

Natürlich können Sie ganz legal Vermögen auch verbrauchen.

7. Sie brauchen einen guten Berater

Hier gibt es öffentliche Schuldenberatungsstellen , die heillos viel zu tun haben. Wir raten dazu, sich bei einer so wichtigen Sache von einem Anwalt vertreten zu lassen, der sein Handwerk versteht. Vermutlich wird er mehr für Sie heraus holen, als er tatsächlich kostet. Anwälte sind Profis und bearbeiten viel schneller Ihre Anträge. Sprechen Sie offen mit dem Anwalt, er wird ganz sicher mit Ratenzahlungen einverstanden sein, denn er kennt ja Ihre Lage.

8. Eidesstattliche Versicherung abgeben

Ganz klar, dass die Gläubiger gegen Sie vollstrecken wollen. Währen Sie an deren Stelle, würden Sie es genau so handhaben. Auch wenn Sie sich bereits in der Vorbereitung zur Verbraucherinsolvenz befinden.

Dann ist es eben so, geben Sie die Eidesstattliche Versicherung ab. Man kann Ihnen ohnehin nicht mehr als den pfändbaren Betrag des Einkommens abnehmen. Scheuen Sie sich also nicht dafür die EV abzugeben. Ihre Restschuldbefreiung ist damit nicht gefährdet.

9. Nichts mehr an Verwandte oder Freunde zahlen

Der Insolvenzverwalter wird darauf aufmerksam und wird versuchen das Geld zurück zu holen. Da helfen auch keine Ausreden. Sie ziehen damit einen Freund, Bekannten oder Verwandten in die Sache mit hinein. Das muss nicht sein. Also wenn Sie sich zur Insolvenz entscheiden, dann ab sofort keine Zahlungen mehr durchführen um Gelder verschwinden zu lassen.

10. Bleiben Sie freundlich zum Insolvenzverwalter

Der Mensch, also genau genommen der Mensch Insolvenzverwalter ist für Sie wichtig. Denn an ihm liegt es, wie Sie mit der Situation Insolvenz zurecht kommen. Er kann Ihnen das Leben schwer machen. Er wird nie Ihr Freund sein, eher ein Feind. Daher haben Sie Respekt vor ihm und behandeln Sie ihn entsprechend. Er ist auch nicht Ihr Anwalt, also stellen Sie ihm auch keine Fragen. Lassen Sie ihn einfach in Ruhe seine Arbeit tun. Er muss sich schriftlich bei Ihnen melden, wenn er etwas will. Auch Sie werden ihm dann schriftlich antworten und eine Kopie davon in Ihrem Ordner aufbewahren.

Der Insolvenzverwalter will wissen ob Sie noch Ansprüche aus Steuerrückerstattungen haben oder aus Betriebskostenabrechnungen, denn das gehört alles zur Insolvenzmasse. Er wird Sie um die entsprechenden Unterlagen bitten.

Was Sie mit Ihrem pfändungsfreien Einkommen machen, geht den Insolvenzverwalter nichts an. Sie selbst müssen tätig werden und den Insolvenzverwalter schriftlich informieren, wenn sich

  • Ihr Einkommen ändert
  • Ihr Vermögen ändert
  • wenn Sie umziehen

Ein gutes Zeichen ist, wenn Sie von dem guten Menschen nichts mehr hören, dann läuft alles seinen geregelten Gang, das ist ein gutes Zeichen.