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Wer bietet Insolvenzberatung an?

Das neueste Smartphone oder ein größerer Fernseher, teure Designerkleidung oder ein neues Auto – viele Menschen konsumieren gerne und leben dabei manchmal über ihre Verhältnisse. Und es ist ja auch so einfach, sich Wünsche auch ohne das nötige Kleingeld zu erfüllen, so suggerieren es die vielen Kreditangebote und die vermeintlich so günstigen Finanzierungsmodelle von Elektromärkten und Banken.

Mit Insolvenzberatung raus aus den Schulden

Doch wer einen zu hohen Kredit aufnimmt, arbeitslos wird oder ein Modell wählt, das seine finanziellen Möglichkeiten übersteigt, landet schnell in der Schuldenfalle.

In Deutschland war im Jahr 2014 jeder zehnte Privathaushalt überschuldet, und die Zahl derer, die schwerwiegende Zahlungsschwierigkeiten haben, stieg seit 2009 deutlich an, wie folgende Tabelle zeigt.

Jahr Zahl der Schuldner Schuldner in Prozent
2009 6,19 Millionen 9,09
2010 6,49 Millionen 9,5
2011 6,41 Millionen 9,38
2012 6,59 Millionen 9,65
2013 6,58 Millionen 9,81
2014 6,67 Millionen 9,9

Vor allem sehr junge Menschen zwischen 16 und 29 Jahren und Ältere sowie Alleinerziehende sind von Überschuldung betroffen. Neben zunehmendem Konsum auf Pump führen auch hohe Lebenshaltungskosten für Mieten und Energie zu Überschuldung. Menschen, die sich finanziell überschätzt haben und ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen können, kommen ohne professionelle Hilfe und Beratung meist nicht mehr aus ihrer prekären Lage heraus. Zusätzlich leiden sie oft am Gefühl des Scheiterns und schämen sich für ihre Situationen. Das kann die ganze Angelegenheit noch verschlimmern, da viele sich nicht anderen offenbaren möchten und lieber weitere Rechnungen und Forderungen verdrängen, bis die Insolvenz unvermeidbar ist. Mit einer Insolvenzberatung und der Hilfe professioneller Finanzfachleute bekommen Schuldner ihre finanziellen Probleme wieder in den Griff und können sich ohne Scham an diese Stellen wenden.

Wohin zur Insolvenzberatung?

Schuldnerberatungsstellen gibt es von Berchtesgaden bis Kiel, von Saarbrücken bis Rostock. Überall in Deutschland bieten Insolvenzberatungen ihre Hilfe an. Träger und Organisationen, die Schuldnerberatung durchführen, sind beispielsweise der DGB, das Evangelische Hilfswerk, die Stadtverwaltungen in vielen Großstädten, die Diakonien oder das Rote Kreuz.

Auch viele Anwaltskanzleien bieten Schuldnerberatungen an. Allerdings muss man diese Beratung bezahlen, während die Hilfe öffentlicher Stellen und kirchlicher Institutionen kostenlos ist.

Voraussetzung für eine Beratung bei Insolvenz (Inso), dass der Schuldner Zahlungen nicht mehr leisten kann und es mit den vorhandenen Mitteln auch in näherer Zukunft nicht schaffen wird, seine Schulden zu begleichen.

Mit Professionalität und Einfühlungsvermögen wird Schuldnern geholfen

Die Insolvenzberatung bespricht mit dem Schuldner alle wichtigen Punkte und informiert ihn über sämtliche Schritte, die unternommen werden müssen, um aus der Schuldenfalle herauszukommen.

Folgende Dinge sollte der Schuldner zu einer Schuldnerberatung mitbringen:

  • Unterlagen wie Gehalts- und Lohnabrechnungen
  • Arbeitsverträge
  • Nachweise über weitere Einnahmen, z.B. Mieten, Pacht, Zinseinnahmen
  • Belege über Fixkosten wie Miete, Unterhalt, Kredite, Versicherungen
  • offene Rechnungen, Forderungen, Mahnungen – sämtlicher Schriftverkehr mit Gläubigern

Zunächst sichtet der Berater die Unterlagen und stellt Einnahmen und Ausgaben gegenüber, um zu sehen, wie hoch die Verbindlichkeiten gegenüber den Einnahmen sind und um welche Schuldensumme es geht.

Danach bespricht man zusammen und absolut vertraulich die aktuelle Situation, und der Berater erarbeitet einen Schuldenbereinigungsplan, setzt Schreiben an Banken und Gläubiger auf und versucht so, Forderungen entgegenzukommen, um eine Privatinsolvenz zu vermeiden.

Die Insolvenzberater arbeiten mit jeder Information diskret und schweigen über sämtliche Dinge, die während der Beratung besprochen und beschlossen werden. Wenn man absolut offen ist und dem Berater seine Lage klar und ungeschminkt schildert, wird er sicher eine Lösung finden.

Auch für Unternehmen lohnt sich Insolvenzberatung

Nicht nur Privatpersonen leiden vielfach unter Verschuldung, auch Unternehmen geraten schnell in finanzielle Schieflagen. Vor allem kleine Firmen, die auf pünktliche Zahlungen dringend angewiesen sind und selbst Verpflichtungen haben, können durch ausfallende Rechnungen in schwere finanzielle Probleme geraten. Wird der Schuldenberg zu groß und der Druck von Gläubigern nimmt zu, sollten auch Firmeninhaber den Gang zu einer Schuldnerberatung nicht scheuen. Für Firmen gibt es verschiedene Umschuldungs- oder Entschuldungsmöglichkeiten, beispielsweise Schutzschirme, Insolvenzplanverfahren, Sanierungsgeschäfte unter einem Sanierungsgeschäftsführer oder Beratungen über den Verkauf einzelner Geschäftszweige oder des gesamten Betriebs.

Kompetente Fachleute der Insolvenzberatung verschaffen sich einen Überblick über die finanzielle Situation der Firma, prüfen Aktiva und Passiva und überlegen gemeinsam mit dem Inhaber, wie man das Unternehmen aus der Schuldenfalle holen kann oder ob eine Insolvenz unvermeidlich ist.

Oft ist es sinnvoll bei einer Insolvenz, einen Helfer von außerhalb zu holen, um die Geschäfte zu sanieren. Hier hilft der Sanierungsgeschäftsführer, der für eine gewisse Zeit das Ruder übernimmt, Fehlentscheidungen korrigiert und ein Auge auf Finanzen und Projekte hat, bis die Firma wieder auf eigenen Beinen stehen und seine Verbindlichkeiten zahlen kann. Egal ob kurzfristige Hilfe oder Verkauf, ob Planinsolvenz oder nur eine umfassende Beratung – Geschäftskunden wird bei einer Schuldnerberatung ebenso gut geholfen wie Privatkunden. Auch wer seinen Arbeitsplatz verloren hat oder aufgrund einer Krankheit nicht mehr arbeiten kann, rutscht schnell in Zahlungsschwierigkeiten, wenn Verbindlichkeiten zu erfüllen sind, Einnahmen aber wegfallen. In jedem Fall hilft die Insolvenzberatung und zeigt Wege aus der Schuldenfalle auf, damit die finanzielle Zukunft wieder rosig aussieht.