Skip to main content

Warum gibt es die Insolvenz?

Vom schnellen Kredit in die Insolvenz – ein Albtraum, der vermieden werden kann. In unserer Konsumgesellschaft mit seinen unzähligen Verlockungen fällt es vielen schwer, den Angeboten und neuen Produkten zu widerstehen. Und es ist ja auch vermeintlich so einfach, sich Dinge zu leisten, für die man eigentlich nicht die Mittel hat. Schließlich bieten zahlreiche Versandhäuser, Elektromärkte und viele Banken auf den ersten Blick günstige Kredite und Finanzierungsmodelle an, um Kunden zum Kauf zu locken. Doch oft stellt sich heraus, dass der Kauf auf Pump seine Tücken hat und die Kreditsumme nicht zurückgezahlt werden kann. Im ersten Halbjahr 2014 mussten in Deutschland 43800 Menschen Privatinsolvenz anmelden. Die privaten Insolvenzverfahren steigen ebenso kräftig an, wie die Unternehmensinsolvenzen. Das kann die Creditreform berichten.

Wieso Insolvenz verkraften?

Auch viele Firmen (Unternehmensinsolvenzen) geraten leicht in finanzielle Schieflage, wenn Kunden ihre Rechnungen nicht begleichen oder sie aufgrund internationaler Verflechtungen von Wirtschaftskrisen betroffen sind und deshalb Aufträge ausbleiben. So beginnt ein Kreislauf: die Firma kann aufgrund fehlender Einnahmen durch entgangene Aufträge und unbezahlte Rechnungen Gehälter und Löhne nicht mehr oder nur teilweise zahlen und eigene Kredite oder ausstehende Forderungen anderer Gläubiger nicht erfüllen. Am Ende bleibt dann oft nur die Unternehmensinsolvenzen. Diese Insolvenzverfahren nehmen auch ständig zu.

Vor allem im Baugewerbe und im Handwerk sind Firmen von Insolvenzverfahren betroffen. Kleinere Firmen mit bis zu fünf Mitarbeitern trifft die Pleite eher als große Unternehmen (berichtet Creditreform), da diese über mehr Eigenkapital verfügen und bei Kreditunternehmen meist eine bessere Reputation haben als kleine Firmen.

Viele Menschen rutschen in die Schuldenfalle ohne eigenes Zutun. Doch es gibt auch Schuldner, die aufgrund mangelnder Information oder aus falscher Einschätzung ihrer finanziellen Situation in Schwierigkeiten geraten. Wer vor einer größeren Anschaffung einen Kredit aufnehmen möchte, sollte sich umfassend informieren und beraten lassen und einige wichtige Punkte klären, um nicht in die Schuldenfalle zu tappen.

Insolvenzen: Vor dem Kredit steht die gute Beratung

Wer sich überlegt, einen Kredit aufzunehmen, sollte sich vorab gründlich über einige Dinge informieren und seine eigene Situation überdenken, um nicht die falsche Entscheidung zu treffen, die gravierende Auswirkungen auf seine finanzielle Zukunft haben kann.

Als allererstes gilt es, zu klären:

  • Wozu braucht man einen Kredit? Handelt es sich um eine elementare Sache wie einen Hauskauf oder den Bau eines Hauses, oder geht es um weniger wichtige Dinge wie Geld für einen Urlaub oder Anschaffungen, die nicht zwingend notwendig sind? Dann sollte man überlegen, ob es sich wirklich lohnt, sich dafür zu verschulden, oder ob man auch einmal ohne Urlaubsreise auskommt und sich diesen Kredit spart.
  • Wie ist die eigene finanzielle Situation? Gibt es Rücklagen, eigenes Vermögen? Und hat man ein regelmäßiges Einkommen, das zur Tilgung des Kredits ausreicht?
  • Wie hoch kann die Belastung durch einen Kredit sein, die man monatlich zahlen kann, ohne in finanzielle Probleme zu geraten? Schließlich hat man neben der Kreditrate auch noch andere Fixkosten wie Strom, Telefon, Lebenshaltungskosten, evtl. Unterhaltszahlungen oder Miete. Reicht das Geld für diese Kosten aus, wenn eine monatliche Kreditzahlung dazu kommt?
  • Welches Kreditmodell passt am besten für die Finanzierung? Jede Bank bietet andere Möglichkeiten, Raten und Laufzeiten für Kredite an, und man sollte sich umfassend beraten lassen und sich auch bei anderen Banken und Instituten als nur bei seiner Hausbank informieren, um das bestmögliche Angebot für einen Kredit zu bekommen.

Pfändungsfreigrenzen schützen Privatpersonen vor völligen Insolvenzen

Vor allem private Schuldner geraten durch die verlockenden Kreditangebote und Finanzierungsmodelle in Schwierigkeiten. Wer seine Gläubiger nicht mehr bezahlen kann und private Insolvenz anmelden muss, muss allerdings nicht befürchten, bis auf den letzten Cent sein Geld abgeben zu müssen. Der Gesetzgeber hat im Fall einer privaten Insolvenz sogenannte Pfändungsfreigrenzen festgelegt, die das Existenzminimum gewährleisten sollen. Diese Freigrenze liegt seit dem 01. 07.2015 bei 1073,88 Euro, d.h. wer ein monatliches Einkommen bis zu diesem Betrag hat und keinem Dritten Unterhalt zahlen muss (Kinder, geschiedenen Ehepartnern), kann nicht gepfändet werden.

Die folgende Tabelle zeigt die Auflistung der Pfändungsfreigrenzen:

Pfändungsfreigrenze für nicht unterhaltspflichtige Schuldner Für unterhaltspflichtige Schuldner Für wie viele Personen unterhaltspflichtig Freibetrag
1.073,88 € 1.079,99 € 1 1.479,99 €
2 1.709,99 €
3 1.929,99 €
4 2.159,99 €
5 2.379,99 €

Mit eingerechnet in den Freibetrag werden neben Gehalts- und Lohnzahlungen auch Renten, Hartz IV, Vermögenswirksame Leistungen und Urlaubsgeld.

Bevor man in die private Insolvenz rutscht, sollte man sein Finanzgebaren überprüfen und sich Hilfe suchen, wenn man Probleme mit der Finanzierung eines Kredites oder der Zahlung seiner Fixkosten bekommt.

Kompetente Partner helfen bei Insolvenz weiter

Die Situation passiert fast täglich: man hat einen Kredit für ein Haus aufgenommen oder bürgt für einen anderen, und plötzlich kann man die Raten nicht mehr zahlen, weil man seinen Arbeitsplatz verliert, ein wichtiger Kunde eine große Summe nicht zahlt oder man durch Krankheit oder Unfall länger kein Geld verdienen kann. Schnell türmen sich die Schulden auf, und viele wissen dann nicht mehr weiter und schämen sich, sich an Außenstehende zu wenden. Kompetente Hilfe in diesen und anderen Fällen rund um das Thema Insolvenzen bieten Schuldnerberatungen, die sich in der Materie auskennen und wissen, wie bei Zahlungsproblemen vorzugehen ist.