Skip to main content

Wenn ein Unternehmen bei einem Kunden seine Forderungen geltend gemacht hat, aber der Kunde sich hartnäckig weigert seiner Verpflichtung nachzukommen, dann wird oft ein Inkassounternehmen beauftragt. Das Inkassounternehmen wird die Forderung Kraft und Namens des Auftragsgebers versuchen einzuziehen. Das Inkassounternehmen ist in der Regel erfolgreich, weil sie massiv die Forderung geltend machen, soll heißen, sie mahnen viel intensiver. Es gibt auch Inkassounternehmen, die die Forderung aufkaufen, sodass diese dann durch die Abtretung zum Gläubiger werden. Ist das Inkassounternehmen Inhaber der Forderung, wird es ziemlich zügig den Vollstreckungsbescheid beim Gericht beantragen. Auf den Vollstreckungsbescheid des Gerichts wird ein Gerichtsvollzieher beauftragt, die Forderung durch die Beschlagnahmung von Gütern oder aber durch Eintreibung des Bargeldes zu begleichen. Wenn der Gerichtsvollzieher aber erkennt, dass die Forderung nicht eingetrieben werden kann, so wird die Vollstreckung mangels Masse ausgesetzt. Der Gläubiger kann dann aufgrund seines Schuldtitels verlangen, dass der Schuldner eine eidesstaatliche Versicherung leistet. Die eidesstaatliche Versicherung wurde früher auch Offenbarungseid genannt. Mit der eidesstaatlichen Versicherung erklärt der Schuldner, dass er zahlungsunfähig ist. Jedoch kann nur ein Gläubiger die eidesstaatliche Versicherung verlangen, sind mehrere Gläubiger da, dann müssen diese 4 Jahre warten bis auch sie die eidesstaatliche Versicherung für sich erwirken können. Oftmals wird, wenn schon eine eidesstaatliche Versicherung abgegeben wurde, die Privatinsolvenz beantragt. Manchmal gibt ein Inkassounternehmen eine nicht eintreibbare Forderung an den Auftraggeber zurück, dann ist der ursprüngliche Auftraggeber wieder selbst der Gläubiger. Es gibt auch Gesellschaften, die sich spezialisiert haben Forderungen aufzukaufen, dann bekommt das Unternehmen eine bestimmte Summe, die meistens ca. 20% der Forderungssumme entspricht.