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Wie funktioniert ein Girokonto auf Guthabenbasis?

Eines der wichtigsten Konten im privaten und geschäftlichen Zahlungsverkehr stellt das Girokonto dar. Hierüber werden laufende Zahlungen abgewickelt und Einnahmen verbucht. In Verbindung mit einer Girokonto-Karte ist jeder in der Lage, an ausgewählten Geldautomaten einer Bankfiliale Bargeld abzuheben. Die in Deutschland wird jedem Menschen die Möglichkeit eingeräumt, mithilfe eines Girokontos am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilzunehmen. Auszahlungen erfolgen in der Regel nur dann, wenn ein entsprechendes Guthaben auf dem Girokonto zur Verfügung steht oder ein entsprechender Dispositionskredit eingeräumt wurde. Dies hängt immer von der Bonität des Kunden ab. Verständlicherweise müssen für Überziehungen Zinsen gezahlt werden, die aktuell weit über der 10-%-Marke liegen. Insoweit sollten Dispositionskredite nur kurzfristig und mit Sicht auf eine schnelle Rückzahlung in Anspruch genommen werden. In einigen Fällen kann ein Girokonto jedoch nur auf Guthabenbasis geführt werden.

Der Weg zum Girokonto auf Guthabenbasis

Bei einer Girokontoeröffnung werden vom Kunden folgende Unterlagen benötigt:

  • ein gültiger Personalausweis,
  • eine unterschriebene Genehmigung für die Bank, eine SCHUFA-Abfrage durchführen zu dürfen sowie
  • die Vorlage von mindestens zwei letzten Gehaltsabrechnungen.

Hiermit möchte sich die Bank davon überzeugen, dass auf dem abgeschlossenen Girokonto regelmäßige Einnahmen verbucht werden. Eine Bonitätsauskunft wird benötigt, weil mit den meisten Girokonten in der Regel auch eine Kontoüberziehung gestattet wird. Aufgrund besonderer Umstände, gibt es jedoch auch Personen, denen der Zugang zu einem herkömmlichen Girokonto ohne weiteres nicht mehr gestattet wird. Dies findet meist dann Anwendung, wenn

  1. eine negative SCHUFA-Auskunft wegen einer hohen Verschuldung vorliegt,
  2. jemand keine laufenden Einnahmen vorweisen kann oder
  3. aufenthaltsrechtliche Beschränkungen vorliegen.

Diejenigen, die sich beispielsweise in einem Verfahren der privaten Verbraucherinsolvenz befinden, dürfen keine weiteren Schulden mehr machen. So achten beispielsweise die meisten größeren Online-Shops darauf, bei einer Bestellung die Bonität zu prüfen und bei negativem Ergebnis einer Bestellung von vornherein ablehnen. Ebenfalls gehört hierzu auch, dass das Girokonto in keinster Weise mehr überzogen werden darf. Die Lösung stellt ein Girokonto auf Guthabenbasis dar. In diesem Fall kann nur dann eine Abbuchung oder eine Bargeldabhebung erfolgen, soweit dieses Konto gedeckt ist.

Wer eröffnet ein Girokonto auf Guthabenbasis?

Wettlauf herkömmlichem Weg keine Möglichkeit mehr besteht, ein Girokonto zu eröffnen, bieten viele Banken als Alternative ein Girokonto auf Guthabenbasis an. Auf diese Weise sind beide Parteien (Bankkunde und Bank) abgesichert. Solange das Konto gedeckt ist, kann dieses ganz normal als Girokonto genutzt werden. In einigen Fällen eröffnen Eltern für ihre Kinder ein solches Konto auf Guthabenbasis. Sie möchten damit vermeiden, dass unmündige Kinder hierüber keine unkontrollierten Abbuchungen oder Bargeld Verfügungen tätigen können. Andererseits gibt es Menschen, die aus Krankheitsgründen nicht mehr geschäftsfähig sind. Auch diesen kann ein Girokonto auf Guthabenbasis eingerichtet werden. Der positive Effekt hierbei ist, dass ihnen hierdurch die Gelegenheit gegeben wird, zwar mit Einschränkungen, jedoch weiterhin am öffentlichen Leben teilhaben zu können. Zusammenfassend bleibt festzustellen, dass ein Konto auf Guthabenbasis den Inhaber des Kontos erheblich einschränkt. Nach wie vor kann dieser Zahlungen empfangen und auch Überweisungen tätigen sowie Bargeld abheben, jedoch muss er dabei stets darauf achten, dass sein Girokonto auf Guthabenbasis immer über eine ausreichende Deckung verfügt.

Die Bezeichnung Girokonto auf Guthabenbasis

Banken werden nur ungern ein solches Girokonto eröffnen. Immerhin verdienen Sie mit möglich anfallenden Überziehungszinsen sehr viel Geld. Bei einem solchen Konto auf Guthabenbasis werden von Seiten der Bank Überweisungen oder Lastschriften nur dann ausgeführt, wenn das entsprechende Konto gedeckt und ein ausreichendes Guthaben vorhanden ist. Der Kontoinhaber kann an den Geldautomaten auch nur dann Geld abholen, wenn hierfür das Girokonto ein Guthaben aufweist. Ein entscheidender Unterschied zu einem herkömmlichen Girokonto ist jedoch, dass der Kunde eines Guthabenkontos keine EC-Karte erhält. Dies hängt damit zusammen, weil EC-Karten immer mit einem Kreditrahmen verbunden sind. Mithilfe einer EC Karte könnte der Kunde nicht nur bei der Hausbank, sondern auch bei Fremdbanken Geld abholen. Stattdessen erhält man bei einem Girokonto auf Guthabenbasis lediglich vom Kreditinstitut eine Kundenkarte. Diese Karte berechtigt den Kunden, dass er an den Automaten seiner Hausbank die Kontoauszüge ziehen und auch nur dort Bargeld abheben kann.

Was passiert, wenn auf einem Girokonto auf Guthabenbasis wegen fehlender Deckung eine Lastschrift zurückgewiesen wird?

Wie zuvor dargelegt, werden Abbuchungen auf einem Girokonto auf Guthabenbasis nur dann ausgeführt, wenn eine ausreichende Deckung vorliegt. Viele verlieren aber auch bei einem solchen Konto den Überblick und versuchen, trotz fehlender Deckung, Abbuchungen auszuführen. Die Bank lässt jedoch keinen weiteren Buchungen mehr zu, wenn das Konto sich dadurch im Minus befindet. Was viele berücksichtigen sollten ist, dass eine zurückgewiesene Lastschrift nicht nur sehr ärgerlich ist, sondern dadurch auch weitere Kosten entstehen können. Zu diesen unangenehmen Kosten gehören beispielsweise

  • Gebühren für die Information einer nicht eingelösten Lastschrift, die sich je nach Bank auf mindestens 1,50 Euro beläuft,
  • Rücklastschriftgebühren des Zahlungsempfängers, dem hierdurch Gebühren bei seiner Hausbank entstehen und diese folglich beim Gläubiger geltend machen möchte,
  • durch nicht einlösen einer Lastschrift entsteht natürlich eine Grundforderung des Gläubigers für seine in der Rechnung gestellten Dienstleistungen oder Waren.

Insgesamt ist man auch als Inhaber eines Girokontos auf Guthabenbasis nicht vor weiteren Kosten geschützt. Gemeinsam mit den regelmäßig anfallenden Kontoführungsgebühren und den Kosten für zurückgegangene Lastschriften kann daher auch das Guthaben auf dem Konto soweit schrumpfen, dass es mitunter in den Minusbereich fällt. Das neu eingezahlte Guthaben wird dann im laufenden Monat sofort um diesen Minusbetrag ausgeglichen.